Tipps rund ums digitale Semester

Der Prozess des Lernens läuft für jede Person anders ab. Während einige von euch sicherlich mit nur ein paar Tagen büffeln (mehr oder weniger) gut durch das Abitur gekommen sind, so lasst euch einen Tipp von uns Studis mit mittlerweile schon etwas Studienerfahrung geben: Lernt zu lernen. Ja ja, das sagt gefühlt jede:r zur euch, aber ehrlich, gerade in den ersten Semestern ziehen die Vorlesungen nach den ersten anfänglichen Wochen stark an und plötzlich sind die Klausuren ganz nah.

Probiert verschiedene Lernmethoden aus und findet den besten Weg für euch, den Stoff zu verstehen, zu merken und anwenden zu können. Jede Person lernt anders! Hier ein paar Beispiele:

  • Mitgeschrieben bleibt besser hängen als nur einmal gehört.
  • Aber gehört, mitgedacht und verstanden ist besser als mitgeschrieben und nichts kapiert.
  • Vor- und Nachbereiten von Vorlesungen nimmt zwar viel Zeit ein, aber kann dabei helfen, sich die Infos wirklich merken zu können.
  • Doch begeht nicht den Fehler der Sunk-Cost-Fallacy, nur weil ein Lernkonzept viel Zeit benötigt, macht es das nicht automatisch das Beste für euch!
  • Während die Literatur vielleicht etwas andere Zeichen- und Namenskonventionen nutzt, mag diese für das Verständnis dennoch mehr helfen, als die Vorlesungsfolien noch ein fünftes Mal anzuschauen.

Also was nun? Tja, das ist der Fluch und Segen der Uni zugleich. Probiert es aus und findet heraus, wie ihr persönlich am besten lernen könnt. Dabei macht das Hybridsemester im Vergleich zu einem reinen Präsenzsemester sicher einiges schwerer, aber es hat auch Vorteile.

Lerngruppen zu finden ist sicherlich digital nicht so einfach wie in Präsenz und das gemeinsame Lernen im Lernzentrum fehlt uns beispielsweise sehr, um motiviert zu bleiben. Vereinzelt sollen aber auch Übungen wieder in Präsenz durchgeführt werden, was wiederum ein positiver Ausblick ist.
Auf der anderen Seite hat man endlich den Stress nicht mehr, eine gesamte Vorlesung physikalisch wie mental voll am Stück da sein zu müssen. Viele Vorlesungen werden aufgezeichnet und können dadurch pausiert, noch mal geschaut oder in der Geschwindigkeit angepasst werden.
Aber Vorsicht: Begeht nicht den Fehler, die Vorlesungsaufzeichnungen einfach nur schneller zu stellen, um diese schneller hinter euch zu bringen, wenn ihr dadurch nur noch die Hälfte an Wissen nachvollziehen könnt. Denken braucht manchmal auch Zeit und die Zusammenhänge in Vorlesungen sind auch nicht immer trivial. Macht es also einmal richtig (so wie ihr am besten den Stoff verstehen könnt), um beim Bearbeiten der Übungen oder dem Lernen für die Klausur dann nicht noch zusätzliche Arbeit zu haben.

Im Folgenden haben wir euch noch ein paar Links und Infos zusammen gesammelt, die euch helfen könnten. Schaut einfach mal rein, vielleicht findet ihr ja was hilfreiches für euch!

Ressourcen der Universitäten

Persönliche Empfehlungen einiger Fachschaftsmenschen

Und hier noch ein paar Tipps und persönliche Empfehlungen, die von einigen Fachschaftsmenschen für euch während des letzten Semesters, welches ja komplett digital stattgefunden hat, gesammelt wurden.

  • Eine gute Internetverbindung (Live-Videos schauen sollte ohne Probleme möglich sein) und ein Computer, ob nun Laptop oder Tower, sollten vorhanden sein. (Nur auf dem Telefon oder Tablet Vorlesungen schauen, Dokumente schreiben oder gar Programmieren macht einfach keinen Spaß.)
  • Selbst wenn man eher alleine lernt, eine Lerngruppe ist sehr wichtig! Unklarheiten klären, über Aufgaben diskutieren und noch viel mehr ist oft einer nur in einer Gruppe möglich. Solch eine Gruppe zu finden, ist während des Hybridsemesters sicherlich nicht einfacher als in Präsenz. Knüpft am besten innerhalb der OWO Kontakte, mit denen ihr euch im Laufe des Studiums austauschen könnt. Darüber hinaus bieten die Übungen auch eine gute Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen und mit ihnen direkt an den Aufgaben zu arbeiten.
  • Fragen über die Chatfunktion in Vorlesungen zu stellen macht es aktuell sehr viel einfacher, etwas noch mal etwas genauer zu erklärt zu bekommen.
  • Möglichst ein Headset verwenden, damit euer Mikro nicht euren Computersound an alle weiterleitet.
  • Mit VLC kann man Vorlesungsaufzeichnungen beschleunigen.
  • Falls Zoom verwendet werden muss, dann am besten den Client am Rechner installieren.
  • Vorlesung und Übung abwechselnd anschauen/machen, um Zusammenhänge zu verstehen (falls das nicht schon vorgegeben wird durch verzögertes Hochladen).
  • Mitschreiben, was die/der Prof. sagt, geht bei Aufzeichnungen super gut. Da lernt man mehr dazu als in einer herkömmlichen Live-Vorlesung, da jederzeit zurückgespult oder pausiert werden kann, bis man das Gesagte verstanden hat.
  • Falls ihr digitale Übungen besuchen solltet, scheut euch nicht davor, euer Mikrofon zu aktivieren und sich mal mit anderen Menschen zu unterhalten. Digital ist es sicherlich schwerer, Kontakte zu knüpfen als in Präsenz. Deshalb ist Initiative hier umso wichtiger!
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